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Rostocker Warnowtunnel

Das Verkehrsministerium in Schwerin hat nach der Tragödie in Duisburg mit 21 Toten die Genehmigung für eine Techno-Party zurückgezogen.

Sie sollte im September im Rostocker Warnowtunnel stattfinden. Die offizielle Begründung für den Rückzug aus Schwerin: Nach den tragischen Ereignissen in Duisburg könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, so ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Außerdem hatte die Rostocker Polizei Bedenken geäußert, im vergangenen Jahr waren  Besucher der Veranstaltung zu Fuß auf der Autobahn unterwegs. Trotzdem war die Veranstaltung in der vergangenen Woche genehmigt worden.

Veranstalter steht vor dem Aus

Dass nun alles anders sein soll, kann der Veranstalter nicht verstehen. Im Gespräch mit NDR 1 Radio MV hieß es, aus den Fehlern im vergangenen Jahr sei gelernt worden. Es sollte mehr Shuttlebusse geben, das Sicherheitspersonal wurde aufgestockt und Bauzäune sollten den Weg zur Autobahn versperren. Außerdem sei die Veranstaltung mit 4.000 Besuchern deutlich kleiner als die Loveparade und es gebe zahlreiche Fluchtmöglichkeiten aus dem 800 Meter langen Tunnel. Ein- und Ausgangsströme seien strikt getrennt, die Röhre verfüge zudem über sechs Notausgänge in den zweiten Tunnel. Gegen das Verbot will der Veranstalter nun rechtlich vorgehen und auch ein neu mit den Behörden abgestimmtes Sicherheitskonzept vorlegen. Er rechne jedoch nicht damit, dass es bis zum September eine Entscheidung gibt. Für die Firma, die seit einem halben Jahr an dem Projekt arbeitet, wäre das das Aus.

Keine Extra-Auflagen für Fusion-Festival

Eines der größten Szene- und Kulturfestivals in Norddeutschland – die “Fusion” in Lärz (Müritzkreis) – soll auch nach dem Unglück bei der Loveparade weiter auf dem alten Flugplatzgelände stattfinden dürfen. “Das ist von Teilnehmerzahlen und Geländegröße nicht vergleichbar mit den Gegebenheiten in Duisburg”, sagte eine Sprecherin des Landkreises Müritz in Waren. Jährlich Ende Juni strömen rund 60.000 junge Menschen aus ganz Europa auf das mit Flugzeughangars bestückte Gelände des Vereins Kulturkosmos südlich der Müritz, etwa 120 Kilometer nördlich Berlins. Man achte beispielsweise darauf, dass trotz Staus immer Rettungswege freigehalten und Behandlungsplätze vorbereitet werden. Beim jüngsten Fest vor vier Wochen seien 2.600 Mal Patienten behandelt worden. Im Internet hätte die Veranstalter bereits darauf hingewiesen, dass alles ausgebucht sei, obwohl noch Wiesen dazu gepachtet waren, sagte die Sprecherin. Die Genehmigung werde aber immer nur jährlich erteilt. Drei Monate im Vorfeld werde man sich 2011 wieder mit dem Veranstalter und dem zuständigen Amt Röbel-Land treffen, um Auflagen abzustimmen.

Quelle: ndr.de